Schwarzbier
Eine dunkle Spezialität meldet sich zurück Schwarzbier ist eine Biersorte, die sich in den vergangenen Jahrzehnten langsam aus dem Markt zu verabschieden schien. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich dieser Trend umgekehrt. Das sehr dunkle, vollmundige und oft malzbetonte Bier findet immer mehr Freunde. Das mag daran liegen, daß der Konsument von heute die Abwechslung liebt und gern einmal etwas anderes probiert. In vielen Szene-Kneipen hat sich das Schwarzbier mittlerweile seinen festen Platz erobert und bereichert auch in Gaststätten und Restaurants die Bier-Palette. Bier hat eine "dunkle" Vergangenheit Damit meldet sich das Bier in seiner ursprünglichen Form zurück. Denn der Siegeszug der hellen Biere begann erst vor etwa hundert Jahren. Die Brau- und Mälztechnologie hatte sich so weit entwickelt, daß es möglich wurde, auch mit hellem, weniger lang gedarrtem Malz ein wohlschmeckendes Bier zu brauen. Davor waren alle Biersorten mehr oder weniger dunkel. In Thüringen zum Beispiel ist das Schwarzbierbrauen seit 1543 urkundlich belegt. Noch zu Beginn unseres Jahrhunderts wurde überwiegend dunkles Bier getrunken. Mit der Verbreitung der helleren Biere, vor allem des Dortmunder und Pilsner Typs, gerieten die dunklen Biere mehr und mehr in Vergessenheit. Sie wurden zu regionalen Spezialitäten: am Niederrhein und in Düsseldorf das obergärige "Altbier", in Bayern das "Dunkel" und in Thüringen und Sachsen das "Schwarzbier". Schwerpunkt in den neuen Bundesländern Vor dem Fall der Mauer war dunkles Bier eher ein Nischenprodukt. Doch mit der Wiedervereinigung wurde die alte Brautradition in Ostdeutschland wiederbelebt. Heute wird dort ein hochwertiges Bier gebraut, das dem modernen Geschmack der Verbraucher entspricht. Das gilt sowohl für das Produkt als auch für den Markenauftritt. So liegt der Schwerpunkt des Schwarzbierbrauens in den neuen Bundesländern, vor allem in Thüringen und Sachsen, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern. Ähnlich wie Bautzener Senf oder Spreewälder Gurken gehört das Schwarzbier zu den kulinarischen Spezialitäten aus Ostdeutschland, die zunehmend ihren Weg in die alten Bundesländer finden. Gerade auch Frauen haben das leichte, spritzige Schwarzbier, das bei einer Temperatur von 8 Grad Celsius aus dem typischen Schwarzbierpokal am besten schmeckt, zu schätzen gelernt. Von Natur aus schwarz Anders, als seine kräftige Farbe vielleicht vermuten läßt, ist Schwarzbier kein Starkbier, sondern wird mit einer Stammwürze von mindestens 11 Prozent untergärig gebraut. Der Alkoholgehalt liegt dann bei 4,8 bis 5 Prozent - ein echtes Vollbier also. Hergestellt wird es auf der Grundlage alter, traditionsreicher Rezepturen, mit Einsatz modernster Technologie und dem entsprechenden Know-how. Seine tiefdunkle Farbe erhält Schwarzbier übrigens ausschließlich durch die Verwendung von dunklen Spezial- oder Röstmalzen. Alles streng nach dem deutschen Reinheitsgebot. Bemerkenswert ist der hohe Vergärungsgrad beim Schwarzbier. Das bedeutet, daß das fertige Bier nur noch wenig Restextrakt enthält. Kenner, die in Sachen Bier weit herumgekommen sind, vergleichen das Schwarzbier mit einer englischen Bierspezialität, die in Leeds gebraut wird, der Grafschaft des berühmten Seefahrers James Cook. Dort heißt es Mather's Black Beer. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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